Französische Sommeruniversität: Frankreichs große Frauen

Dienstag, 11. Oktober 2022 | 

Immer ist in der Geschichte Frankreichs von großen Männern die Rede, den grands hommes – etwa von Napoléon Bonaparte oder Charles de Gaulle. Die Sommeruniversität des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg i. Br. machte 2022 hingegen die großen Frauen der Grande Nation, die grandes femmes de l’histoire de France, zum Thema.

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Große Frauen in der Kunst

Frauen haben in der französischen Kunst nicht nur immer wieder eine wichtige Rolle gespielt, sondern waren in vielen Bereichen männlichen Künstlern um Längen voraus. Ein gutes Beispiel hierfür ist Alice Guy-Blaché (1873–1968), die erste weibliche Regisseurin Frankreich. In der Geschichte des Films aber muss man sie suchen. Dabei drehte sie Mit La Fée aux Choux (Ausschnitt auf youtube) 1896 den ersten fiktionalen Film überhaupt. Ihre Arbeit prägt bis heute den französischen Film, ohne dass ihr Name fällt.

Auch Autorinnen von Reiseberichten des 18. und 19. Jahrhunderts sind in Frankreich nur schwer auffindbar. Um überhaupt reisen zu dürfen, mussten Frauen sich zu jeder Zeit verhüllen, oder sie durften nur an der Seite ihres Ehemannes reisen. So etwa berichtet die Frau des französischen Forschungsreisenden Louis de Freycinet, Rose de Freycinet (1794–1832), in ihrem Reisetagebuch (Erstveröffentlichung: 1927) in Briefform über ihre gemeinsame Weltumrundung und konnte sich damit einen Namen machen – der in Vergessenheit geraten ist. Einer der ersten Cellistinnen der Musikgeschichte, Lise Christiani (1927–1953), ermöglichten ihre Konzertreisen u. a. nach Deutschland, Österreich, Dänemark, Schweden darüber zu schreiben.

Beide Frauen konnten also im Gegensatz zu vielen anderen auf Reisen gehen, und ihre Erzählungen erlauben bis heute Einblicke in ihre eindrucksvollen Erfahrungen. Diese Abenteurerinnen sind Heldinnen: Sie haben nicht nur gesellschaftliche Grenzen ihrer Zeit überschritten, sondern können bis heute als Pionierinnen und Vorbilder angesehen werden.

… in der Politik

Die Frauenrechtlerin und Revolutionärin Olympe de Gouges (1748–1793) ist die Verfasserin der Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin von 1791. Im Sommer der Terrorherrschaft Robespierres wurde die Gegenerin der Jakobiner angeklagt und am 3. November 1793 hingerichtet; der Historiker Karl Heinz Burmeister schrieb: „…sie büßte (…) auch für ihren Einsatz für die Rechte der Frau.”

Die Politikerin und Holocaust-Überlebende Simone Veil (1927–2017) entkriminalisierte als französische Gesundheitsministerin (1974–1979) den Schwangerschaftsabbruch (loi Veil); sie war Mitglied des Europäischen Parlaments (und von 1979-1982 dessen Präsidentin), Sozialministerin (1993–1995), Mitglied des französischen Verfassungsrates (1998–2007) und ab 2008 der Académie française. Am 1. Juli 2018 wurde sie – vielfach preisgekrönt – als fünfte Frau ins Panthéon überführt – in Frankreich eine Ausnahme hinsichtlich der Würdigung der Verdienste von Frauen.

… in der Geschichte

Erfolge und Heldentaten von Frauen werden stattdessen immer wieder in den geschichtlichen Hintergrund gerückt – dies gilt auch für die Zeit der Résistance. Viele Frauen haben sich zwischen 1942 und 1945 auf sozialer oder politischer Ebene unter Lebensgefahr für ihr Land eingesetzt.

Die meisten von ihnen sind in Vergessenheit geraten, zum Beispiel Marthe Cohn, auch bekannt als Chichinette, die 1920 in eine jüdisch-orthodoxe Familie geboren wurde. Die gelernte Krankenschwester floh während der deutschen Besatzung nach Südfrankreich; der französische Geheimdienst setzte sie aufgrund ihrer guten Deutschkenntnisse nach der Befreiung von Paris als (überaus erfolgreiche) Spionin unter dem Namen Martha Ulrich im Deutschen Reich ein (cf. Der Spiegel: Wie Marthe Cohn zur Weltkriegsspionin wurde). Über ihre Erlebnisse schrieb sie 2002 mit Wendy Holden das Buch Im Land des Feindes: Eine jüdische Spionin in Nazi-Deutschland; 2019 erschien ein Dokumentarfilm von Nicola Hens: Chichinette – Wie ich zufällig Spionin wurde (Trailer auf youtube).

Streit um Inklusion 

Eine Frage der diesjährigen Freiburger Sommeruniversität war folglich: Wie können wir unsere Gesellschaft in eine gerechtere und inklusivere Zukunft führen, in der Frauen einen gleichberechtigten Platz haben. Ein Thema, über das auch in den französischen Medien in letzter Zeit lautstark und sehr kontrovers diskutiert wurde – etwa ob die Frau eine aktive Rolle innerhalb der französischen Sprache einnehmen sollte (Stichwörter: langage épicène, écriture inclusive; cf. Gendersprache im Deutschen), z. B. durch die Nennung beider Geschlechter (Beispiel: citoyens et citoyennes).

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Die Meinungen dazu könnten kaum weiter auseinanderliegen. So lehnen die Académie française in einem offenen Brief und die französische Regierung in einem Bulletin des Ministère de l’Éducation Nationale et de la Jeunesse die inklusive Schreibweise im Französischen explizit ab – und das, obwohl es sich hierbei keineswegs um eine Ausgrenzung des Maskulinums handelt, sondern um den Versuch, auf sprachlicher Ebene Gleichberechtigung von Frauen und Männern herzustellen. Schließlich ist Sprache der Grundstein für gesellschaftliches Zusammenleben und ein Medium, das eine Gesellschaft wie kein anderes prägt – und verändern kann.

https://dokdoc.eu/gesellschaft/19718/frankreichs-grosse-frauen/

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Klappe – die Erste! Neuer Imagefilm für den Master Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Mittwoch, 9. März 2022 | 

„Klappe, die Erste!”, hieß es am 21. Februar für das Team des Frankreich-Zentrums und die Kooperationspartner der Faculté des sciences économiques et de gestion in Straßburg, um den ersten gemeinsamen Imagefilm für den Masterstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen zu drehen. Begleitet wurden die Dreharbeiten vom universitätseigenen Produktionsteam der Universität Straßburg, das bereits zahlreiche Werbefilme für die Fakultät erstellt hat.

Das Drehteam der Université de Strasbourg zusammen mit Dr. Marion Neukam (Programmbeauftragte) auf der Terrasse der Faculté des sciences économiques et de gestion

Das Drehteam der Université de Strasbourg zusammen mit Dr. Marion Neukam (Programmbeauftragte) auf der Terrasse der Faculté des sciences économiques et de gestion

Da der Film unbedingt noch vor der „heißen“ Bewerbungsphase in Frankreich fertig werden sollte, blieb nicht viel Zeit, um das Drehbuch zu schreiben, Termine zu koordinieren und geeignete Mitstreiter zu finden. Außerdem blieb es spannend bis zum Schluss, da nicht klar war, ob der Dreh unter Corona-Bedingungen stattfinden kann. Am Ende aber waren die Innen- und Außenaufnahmen innerhalb eines Tages im Kasten und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Tatkräftige Unterstützung erhielt das Drehteam von Emma Bédoucha und Océane Audren, beide im zweiten Masterjahr an der FSEG und mit sichtlich viel Spaß an der Sache. Die Idee war, persönliche Erfahrungen und Motivationen einzuholen, den Studienalltag Revue passieren zu lassen und Verantwortliche sowie Lehrende gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen. So standen Dr. Marie-Therese Mäder (Geschäftsführerin des Frankreich-Zentrums) und Florent Dousselin (Studienkoordinator des Frankreich-Zentrums) den beiden Studierenden Rede und Antwort hinsichtlich der Frage nach den Zukunftsperspektiven von Absolventinnen und Absolventen des Masters. Demzufolge finden 30% der Studierenden einen Job noch vor Abschluss des Studiums und immerhin 60% knapp drei Monate später. Die meisten sind dann entweder in der freien Wirtschaft tätig, wie etwa in der Industrie, in der Unternehmensberatung oder im Bankenwesen. Manche arbeiten aber auch im öffentlichen Sektor.

V.l.n.r.: Das Straßburger Drehteam, Emma Bédoucha, Océane Audren, Florent Dousselin, Dr. Marie-Therese Mäder

V.l.n.r.: Das Straßburger Drehteam, Emma Bédoucha, Océane Audren, Florent Dousselin, Dr. Marie-Therese Mäder

Emma Bédoucha berichtet außerdem von dem neu gegründeten Alumniverein, deren Vize-Präsidentin sie ist und der im letzten Jahr auf Initiative der „IWBler“ ins Leben gerufen worden ist. Der Verein setzt sich zum Ziel, ehemalige Studierende mit den aktuellen Jahrgängen zusammenzubringen und somit ein echtes Netzwerk von motivierten Personen zu schaffen, die sich für Innovation und das Deutsch-Französische engagieren. Darüber hinaus hilft er bei der Suche nach geeigneten Praktika oder beim Schreiben von Abschlussarbeiten. An Engagement und Herzblut mangelt es also nicht!

Am Ende aber waren die Innen- und Außenaufnahmen innerhalb eines Tages im Kasten und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Hier geht es zum Video: https://seafile.unistra.fr/f/a98c9bf17e744ac3b664/

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Ein Europa der Regionen – leere Sprachhülse oder eine Wunschvorstellung politischer Eliten?

Dienstag, 9. November 2021 | 

Spannende Einblicke und Gedankenimpulse zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erhielt das Publikum am 04.11.2021 während einer Podiumsdiskussion zum Thema „Auf dem Weg zum Europa der Regionen: Politische Kooperation zwischen dem Elsass und Südbaden“, die im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins stattfand.

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Thema: Allgemein, Förderverein | Kommentare geschlossen

Einführungstag und Erstsemesterfrühstück

Montag, 8. November 2021 | 

In eine neue Stadt ziehen. Ein fremdes Umfeld kennenlernen. Mit Menschen zusammen lernen und arbeiten, die für die gleichen Themen brennen, wie man selbst und das teilweise über die Landesgrenzen hinaus. Der Beginn eines Studiums ist immer ein unglaublich spannender Schritt. Doch Zoom-Infoveranstaltungen und Online-Workshops haben in den letzten zwei Jahren die Euphorie in solchen Tagen gewaltig gedämpft. Langsam scheint sich alles wieder aufzulockern. Am Einführungstag für die angehenden Masterstudierenden des Frankreich-Zentrums war deutlich spürbar, dass der physische Kontakt mit Kommiliton*innen nicht im Geringsten durch Zoom-Kacheln ersetzt werden kann.

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Kollegiengebäude I, „Aristoteles“ und „Homer“

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„Et plus si affinités“. Mit einem Festvortrag von Hélène Miard-Delacroix feierte das Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes sein 25jähriges Bestehen

Montag, 11. Oktober 2021 | 

Luftballons

Dass eine ganze Menge spannender Forschung, Lehre und Veranstaltungen aus der deutsch-französischen Perspektive und der Affinität zum jeweils anderen hervorgehen kann, davon zeugten die vielen deutschen und französischen Gäste, die sich als langjährige Weggefährt:innen ebenso wie als neu gewonnene Kooperationspartner:innen des dortigen Frankreichzentrums am 6./7. Oktober in der Aula der Universität des Saarlands eingefunden hatten, um gemeinsam zu feiern. Anlässlich des Jubiläums fand ein Treffen der Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland statt, in dessen Rahmen auch die Jubiläumsfeier ausgerichtet wurde.

25 Jahre FZ Saarbrücken

Die beiden Geschäftsführerinnen des Freiburger Frankreich-Zentrums, Dr. Marie-Therese-Mäder und Dr. Barbara Schmitz, sowie der Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Daniel Jacob, waren der Einladung nach Saarbrücken gefolgt und vertraten das Zentrum vor Ort.

Am Eröffnungstag präsentierten sich zunächst die neun Institutionen, die sich jüngst auch zum „Netzwerk der universitären Frankreich- und Frankophoniezentren in Deutschland“ zusammengeschlossen hatten, um dessen endgültiges Statut es am Ausklang der Tagung noch gehen würde. Daniel Jacob trug in einem anschließenden Impulsvortrag gemeinsam mit Carole Reimeringer von der Deutsch-Französischen Hochschule in Saarbrücken einige Überlegungen zum „innovatorischen Potential deutsch-französischer Studiengänge“ vor.

Hélène_Miard-Delacroix© Hélène Miard-Delacroix

Hélène Miard-Delacroix von der Sorbonne Université betrachtete hingegen in ihrem abendlichen Festvortrag den Stand des deutsch-französischen Verhältnisses aus zeithistorischer Perspektive. Der Blick auf die Geschichte der zwei Nachbarn in Europa lässt für sie Dynamiken erkennen, aus denen man heute für die Gegenwart und für eine gemeinsam zu gestaltende Zukunft lernen kann – „et plus si affinités“.

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten der Gitarrist Ro Gebhardt und die Sängerin Jeannette Curta, die dem Publikum zwischen den Programmpunkten einen gut gelaunten Musik-Mix aus Jazz, Pop, Blues und Brasil darboten.

Der Saarländische Rundfunk hat in einem kurzen Fernsehbeitrag über den Festakt berichtet

SR Beitrag

Am zweiten Veranstaltungstag präsentierten weitere Impulsvorträge die verschiedenen Arbeits- und Forschungsfelder der Zentren und regten zu einem lebhaften Austausch unter den Gästen an. Matthias Middell vom Frankreichzentrum Leipzig sprach über „Aktuelle Tendenzen der Frankreichforschung“, Michael Bernsen vom Centre Ernst Robert Curtius Bonn beleuchtete „Europäische Kulturen aus deutscher und französischer Perspektive“ und Véronique Porra vom Zentrum für Frankreich- und Frankophoniestudien in Mainz widmete sich dem Thema „Études françaises et francophonie extra-européenne“.

Mit der abschließenden Mitgliederversammlung des Netzwerks endeten für die Akteure des Deutsch-Französischen zwei ausgefüllte und sehr bereichernde Tage. Merci und noch einmal „bon anniversaire“ an unsere Kolleg:innen in Saarbrücken!

Ein Beitrag von Barbara Schmitz

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Sommeruniversität 2021: „La France plurielle. Les régions françaises en leur diversité“

Freitag, 24. September 2021 | 

L’équipe organisatrice se sera rongé les ongles jusqu’au bout – mais l’Université d’été française du Frankreich-Zentrum a finalement bel et bien pu avoir lieu, en présentiel, la semaine du 6 au 10 septembre de cette année, après une année de pause forcée due au covid. Le sujet choisi pour ces retrouvailles était « La France plurielle. Les régions françaises en leur diversité » ; après un tour du monde, il y a deux ans, autour de la francophonie, il s’agissait de voir combien la France elle-même offre une grande variété de traditions, de langues, de terroirs.

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Le covid n’a pas été totalement absent des festivités : par sa faute, l’Université d’été a dû exceptionnellement commencer directement dans les salles de cours, sans la traditionnelle allocution d’ouverture du lundi matin, et – surtout – s’achever sans la cérémonie de clôture du vendredi après-midi, lors de laquelle participant.e.s et équipe organisatrice se retrouvent d’habitude, quelque peu fatigué.e.s mais heureux.ses après une intense semaine, autour d’un verre et de petits fours. Cela n’a néanmoins pas gâché l’ambiance, d’autant plus que le dicton selon lequel il fait toujours beau la semaine de l’Université d’été n’a cette année de nouveau pas été pris en défaut : nous avons eu toute la semaine une Université d’été… Deux nouveaux formats sont venus compléter les habituels cours du matin et ateliers de l’après-midi : un pub-quiz autour des régions françaises le lundi soir, au restaurant Schützen, ainsi qu’un cours de cuisine française mené par la cuisinière provençale Bérangère Pouchin, qui a expliqué à un public très attentif, lors d’une soirée d’une tiédeur proprement méridionale, tous les secrets de la socca niçoise et de la ratatouille marseillaise.

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Tout ne fut pas que détente, néanmoins : les très instructives conférences ont, pour l’une, mis en évidence la richesse des langues régionales françaises, pour l’autre, fait apparaître les évolutions des paysages français au cours des décennies, ou encore posé la question de l’existence réelle de spécialités culinaires régionales en France. Car pour le dire d’un mot : tout n’est pas de Bourgogne dans le bœuf bourguignon – et c’est une litote…

Un autre point d’orgue de la semaine fut certainement la belle conférence de la journaliste de France Musique Aliette de Laleu sur « Le matrimoine musical des régions de France », qui s’est tenue au Centre Culturel Français Freiburg, le traditionnel partenaire du Frankreich-Zentrum pour l’Université d’été. Elle a montré combien la gente masculine des critiques musicaux s’est évertuée, depuis des décennies, voire des siècles, à passer presque systématiquement sous silence les compositrices et artistes féminines, de manière à conserver la traditionnelle répartition des rôles dans ce domaine : aux hommes, celui du génie, aux femmes, celui des muses. Le public, à plus de 95% féminin, en est ressorti quelque peu secoué ; mais les nombreux extraits musicaux, très originaux, ont, espérons-le, contribué quelque peu à faire passer la pilule…

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Si le sujet de l’an prochain n’a pas encore été arrêté, au moins certain.e.s participant.e.s ont d’ores et déjà pris rendez-vous avec l’équipe organisatrice ainsi qu’avec certain.e.s autres participant.e.s pour septembre 2022 ; à l’an prochain, donc !

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Zwischen PCR-Test und Pastis

Dienstag, 10. August 2021 | 

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Rückblick auf ein Studienjahr in Lyon unter Corona-Bedingungen

Von Ragna Heynowski, Master IKS

Wir IKSlerinnen hatten uns alle auf das Jahr in Lyon gefreut – unser letztes Studienjahr. Noch einmal Baden im Opfinger See, Abschied nehmen von Freunden und Familie und dann gings auch schon los, auf ins schöne Lyon.

Doch die Anfangsmotivation war leider von kurzer Dauer: Nach 6 aufregenden Wochen an der Uni kam bereits Ende Oktober die nächste Ausgangssperre. Die meisten der IKSlerinnen beschlossen zu ihren Familien zu fahren und dort auf eine Besserung der Lage zu warten. Ich fuhr auch. In der Zeit zu Hause hatte ich vor allen Dingen mit den Folgesymptomen meiner Corona-Infektion zu kämpfen, die mich über 2 Monate ans Bett fesselten. Einige IKS-Kolleginnen waren ebenfalls von der Krankheit betroffen. Der Jahreswechsel verlief unaufgeregt. Ende Januar bin ich zurück nach Frankreich gefahren und habe versucht nach 3 Monaten in Deutschland in Lyon wieder Fuß zu fassen. Durch den ständigen Online-Unterricht hatten die meisten IKSlerinnen die Stadt verlassen, meine Kommiliton*innen aus der Soziologie kannte ich nur vom Sehen und durch die Corona-Maßnahmen war es unmöglich andere Leute kennen zu lernen. Glücklicherweise wohnte ich in einer WG mit 3 anderen Austauschstudierenden zusammen. Winter und Frühling waren durch die nächtliche Ausgangssperre ab 18 Uhr (ab Ende März dann 19 Uhr) von langen (feucht-fröhlichen) Abenden zu Hause in unserer 4er-WG geprägt. Ich bin sehr froh, dass ich in dieser Zeit nicht alleine gewohnt habe, denn die ständige häusliche Isolation (durch Ausgangssperre und Online-Unterricht) war für mich eine psychische Belastung. Hinzu kamen Komplikationen bei der Umsetzung meiner empirischen Untersuchung für die Masterarbeit, die ebenfalls den Corona-Bedingungen geschuldet war. Doch irgendwann ging diese Phase der Einschränkungen vorüber. Die Ausgangssperre wurde weiter weiter gelockert und am 20. Juni 2021 vollständig aufgehoben. Bars, Cafés, Restaurants, Museen, Kinos, Schwimmbäder, etc. durften endlich wieder öffnen und Lyon lebte das erste Mal seit wir dort waren auf. Eine unbändige Euphorie und Erleichterung machte sich in der ganzen Stadt breit.BlogLyonBild2In diesen letzten 8 Wochen habe ich Lyon wirklich kennen und lieben gelernt: ein Plausch mit dem Käsehändler auf dem Marché sur les Quais, Open Air Kino vor dem Institut Lumière, Boule-Spielen mit einem schönen Pastis, Salsa Tanz am Rhône-Ufer, Sommergefühl am See von Miribel Jonage oder eine Wanderung im Nationalpark Vercors.

Die Monate der Tristesse waren vergessen und ich hatte auch endlich das Material zusammen für die Fertigstellung meiner Masterarbeit. Die heiße Schreibphase war natürlich noch einmal intensiv und anstrengend und hat mich sehr viele Nerven gekostet. Aber irgendwann war auch hier Licht am Ende des Tunnels zu sehen und ich konnte die Masterarbeit im August abgeben.

Mein nächster Weg führt mich nach Dijon, wo ich ab 1. September am Haus Rheinland-Pfalz die „Arbeit beim Partner“ -Stelle (OFAJ-Programm) belege. Alles in allem war das Jahr in Lyon durchzogen von Tiefphasen, aber auch geprägt von vielen schönen Momenten, die ich nie vergessen werde. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, diese charmante Stadt kennen zu lernen (besonders im Sommer ist sie einfach umwerfend) und verlasse Lyon mit Wehmut. Die Erfahrung eines Auslandstudiums unter Corona-Bedingungen habe ich allerdings als extrem herausfordernd empfunden und möchte sie auf keinen Fall wiederholen.BlogLyonBild3

 

 

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Von Erbfeinden zu guten Nachbarn

Montag, 14. Juni 2021 | 

Am 6. Mai 2021 fand an der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg eine Tagung statt, die den Titel trug „Von Erbfeinden zu guten Nachbarn. Die deutsch-französischen Beziehungen, 150 Jahre nach Beendigung des Krieges 1870/71“. Die Katholische Akademie hatte gemeinsam mit dem Frankreich-Zentrum, dem Historischen Seminar, dem Centre Culturel Français Freiburg und dem Literaturhaus Freiburg eingeladen, ausgehend von diesem historischen Ereignis über die gegenwärtigen nachbarschaftlichen Beziehungen nachzudenken.

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Eingeleitet wurde die Tagung mit einigen Überlegungen und Beispielen zur deutsch-französischen Erinnerungskultur, die Prof. Dr. Tobias Arand, der in Ludwigsburg Geschichte und deren Didaktik unterrichtet, den zahlreich zugeschalteten Zuhörern präsentierte. In seinem Vortrag mit dem Titel „Die Völker haben ein langes Gedächtnis. Die deutsch-französischen Kriege und die Überwindung der Erbfeindschaft“ schlug er den Bogen von der Erbauungsliteratur des Dr. Karl Wild, der 1917 mit seiner Schrift „für die im Schützengraben und die daheim“ daran erinnern wollte, „wie die Franzosen vor 200 Jahren in Heidelberg und in der Pfalz hausten“ bis hin zu kriegsaffirmativer Erinnerung in deutschen Straßennamen, die bis heute in vielen Städten erhalten sind.

Im anschließenden Gespräch von Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Geschichte, Sorbonne Paris) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (Neuere Geschichte, LMU München), das von Prof. Dr. Jörn Leonhard (Neuere und Neueste Geschichte, Freiburg) moderiert wurde, gab das titelgebende Buch „Von Erbfeinden zu guten Nachbarn“ (Reclam Verlag, Stuttgart 2019) den Parcours vor: Die Frage, wann die Geschichte der Erbfeindschaft beginnt, erforderte zunächst einen Blick auf die unterschiedliche Staatsbildung im Frankreich und Deutschland des 19. Jahrhunderts. In Frankreich stärkte die Französische Revolution das nationalstaatliche Konstrukt, in Deutschland erfolgte die Bildung einer Nation stark in Abgrenzung gegen andere, insbesondere gegen Frankreich. Die drei tiefgreifenden Nachkriegssituationen von 1870, 1918 und 1945 wurden im weiteren Gesprächsverlauf in ihrer jeweiligen Bedeutung für die beiden Nationen analysiert, bevor sich die abschließende Frage stellte, was denn die Aussöhnung im Elysée-Vertrag von 1963 ermöglicht habe. Hélène Miard-Delacroix sieht den Grund hier in einem bewussten Setzen auf gute Emotionen, die auf einer gemeinsamen Erfahrung von Leid beruht. Jörn Leonhard erinnert aber auch daran, dass Peter Sloterdijk vor einigen Jahren (nämlich bei seiner Eröffnungsrede zu den Deutsch-Französischen Kulturgesprächen 2007) bereits angemerkt habe, die Ereignisse der 60er Jahre könnten keine Hülle für heutige politische Entwicklungen sein. Wie also ist es heute um die nachbarschaftlichen Beziehungen bestellt?

Zur Erörterung und Veranschaulichung dieser Frage waren in einer abschließenden Runde Vertreter und Vertreterinnen verschiedener deutsch-französischer Einrichtungen eingeladen, die mit den Podiumsgästen ins Gespräch kamen. Florence Dancoisne (Direktorin des Centre Culturel Français Freiburg), Prof. Dr. Daniel Jacob (Vorsitzender des Vorstands des Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg) und Johannes Remmer (Direktor des Deutsch-Französischen Gymnasiums, Freiburg) konnten dabei zeigen, in welchem Maß das einst national, durch Abgrenzung oder aber Bewunderung, aber doch mit  Blick auf die Kraft der großen Kollektive geprägte Interesse am Nachbarn heute eher in einem Begriff von Internationalität aufgeht, der ein stärker individuelles Interesse am Nachbarn mit sich bringt und oft sogar schlicht einer gewissen Nüchternheit bei der Bewältigung praktischer Aufgaben gewichen ist. Es sind „gute Nachbarn“, die im europäischen Gesamtkontext zusammenarbeiten, nicht immer ohne Spannungen, aber mit hoher gegenseitiger Wertschätzung.

Ein verkürzter Mitschnitt der Tagung findet sich als Hörfassung unter folgendem Link:
https://www.youtube.com/watch?v=TFD_gebBD0k

Ein Beitrag von Barbara Schmitz

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Journée d’études franco-allemande Freiburg-Lyon

Montag, 3. Mai 2021 | 

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Nachdem der für 2020 geplante Studientag in Lyon coronabedingt abgesagt werden musste und somit kein persönlicher Austausch zwischen den deutschen und französischen Studierenden des Masterstudiengangs „Interkulturelle Studien – Deutschland und Frankreich“ stattgefunden hat, wurde das diesjährige Treffen vom 12. bis 13. April 2021 online durchgeführt – zwar ein Kompromiss, aber eine gelungene Premiere! 

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Philippine Oisel, Studentin des Frankreich-Zentrums Freiburg, gewinnt den Preis: Le „Prix franceinfo du jeune reporter“

Montag, 26. April 2021 | 

Philippine Oisel studiert im vierten Semester den binationalen Studiengang „Deutsch-Französische-Journalistik / Journalisme franco-allemand“ an der Universität Freiburg und der Université de Strasbourg. Mit ihrer Reportage über die Folgen des Tragens einer Maske für die Entwicklung von Kleinkindern in Kindertagesstätten beeindruckte sie die Jury von „franceinfo“ und gewann dem Preis: Le „Prix franceinfo du jeune reporter“.IMG_0783

Die Reportage wurde für die Relevanz des Themas, den hervorragenden Aufbau und die Lebendigkeit des Berichts ausgezeichnet, der die Folgen des Maskentragens auf die Entwicklung der Jüngsten unserer Gesellschaft aufdeckt. Hören Sie die Reportage selbst: https://www.francetvinfo.fr/sante/maladie/coronavirus/apprentissage-culture-solidarite-une-semaine-avec-le-club-des-jeunes-reporters_4369231.html

Mit der Unterstützung des CEJ (La Conférence des écoles de journalisme) ermöglicht es „franceinfo“ jedes Jahr im März 40 Studierenden, eine kurze Reportage vorzubereiten und live im Radio einzusprechen. Den Abschluss dieses Projektes bildet die Preisvergabe. Mit dem Gewinn des Preises darf sich Philippine Oisel jetzt auf ein zweimonatiges Praktikum bei „franceinfo“ freuen, einem der meistgehörten Radiosender Frankreichs.

Alle MitarbeiterInnen des Frankreich-Zentrums beglückwünschen Philippine Oisel herzlich zu diesem außergewöhnlichen Erfolg.

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